Roundtable Osteuropa

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Die Verfassungsreform in Russland

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Noch bis zum 1. Juli wird in Russland eine Volksabstimmung über die Verfassungsreform abgehalten, die Präsident Wladimir Putin im Januar 2020 angestoßen hatte. Neben der vieldiskutierten „Nullung“ der bisherigen Amtszeiten, nach der Putin noch bis 2036 weiteregieren dürfte, enthält sie viele weitere Änderungen – von sozialen Garantien über konservative Werte bis hin zu geschichtspolitischen Festlegungen. Für das gewählte Verfahren der Verfassungsänderung wäre die jetzige Abstimmung nicht nötig gewesen. Warum erscheint es also so wichtig, die Bevölkerung in diesen Prozess einzubeziehen? Worum geht es dieser Reform genau und welche Rolle spielt die Verfassung in einem autoritär regierten Staat wie Russland? Caroline von Gall (Universität zu Köln), Christian Schaich (ZOiS) und Gwendolyn Sasse (ZOiS) ordnen die Verfassungsreform juristisch und politisch ein.
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Market integration and room for development in Europe’s peripheries: Constraint or opportunity?

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One of the key claims used to legitimate market integration was that the freer movement of goods, capital, services and labour will automatically produce benefits for all participating countries without much supranational intervention. This position is increasingly being challenged in Europe. Strong political forces in both the Southern and Eastern peripheries claim the European project has stifled, rather than improved their ability to grow as indicated by persisting economic disparities within the EU. Even in the scholarly literature, the dominating view is that market integration distributes gains and losses among participating countries unevenly and it has the uniform effect of decreasing the room for development in peripheral economies. And while we see EU attempts to level the playing field by way of transfers and transnational industrial policies, their role is limited. The dominating EU strategy for managing developmental diversity still relies on the disciplinary power of markets and supranational hierarchies, an approach that is looking ever less convincing. Is there another way for the supranational strategies to help promote development in the peripheries?
In this podcast, Dr. Julia Langbein (ZOiS), Prof. László Bruszt (Central European University) and Dr. Vera Šćepanović (Leiden University) argue that the European Union can use, and has used in the past, a surprisingly big variety of strategies to manage the developmental consequences of market integration in its peripheries. Across the Southern and Eastern EU member states, as well as in the states outside the EU, these strategies have shaped both the room for development and the capacity of domestic states to use this room. As the effect of these strategies has ranged from political and economic decay to industrial upgrading and revival, the deeper exploration of these strategies has relevance also for integration attempts in other parts of the world. The presented insights got recently published in a Special Issue for the Review of International Political Economy.

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Urbaner Aktivismus und sozialer Protest in postsowjetischen Städten

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In westlichen Gesellschaften hält sich das Stereotyp einer passiven Zivilbevölkerung in autoritär regierten postsowjetischen Staaten. Die Neuerscheinung „Urban Activism in Eastern Europe and Eurasia – Strategies and Practices“ erkundet und analysiert hingegen zahlreiche Beispiele für zivilgesellschaftlichen Aktivismus und Akteur*innen, die Anspruch auf die Mitgestaltung urbaner Räume erheben. Im Podcast „Roundtable Osteuropa“ diskutieren die Herausgeberinnen Carola Neugebauer und Tsypylma Darieva mit Nadja Douglas vom ZOiS die zentrale Rolle der Stadt als Mobilisierungsraum. Hierbei steht die Rolle der Stadtplanung und der städtische Raum als Arena für zivilen Aktivismus im Mittelpunkt. Zum Abschluss beleuchten sie alternative Protestformen während der Corona-Pandemie und wagen einen Ausblick auf die Zeit danach.
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9 May in Russia: Memory (politics) of World War II

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This year’s celebrations of the end World War II have been long in the planning in Russia. But the spread of Covid-19 has made it inevitable to postpone the most important events, notably the military parade in Moscow. Already last year, President Vladimir Putin declared 2020 a year of victory and glory, demonstrating once more that the Soviet victory is a very important resource for identification with the Russian state. In the year of the 75th anniversary of its end, the memory of World War II has become an immensely controversial topic in international politics. At the same time, it is one of the last anniversaries that a significant number of veterans can join. In the podcast, slavicist Nina Frieß and political scientists George Soroka and Félix Krawatzek discuss the importance of victory day for Russia, its relevance abroad and what young people make of the victory today.
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Kampf um Frauenrechte in Osteuropa: Nicht nur am 8. März

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Der 8. März ist als Feiertag der Emanzipation der Frau seit dem Beginn der Sowjetzeit tief in der Gesellschaft verankert. Im Laufe seines Bestehens wurde der Tag jedoch zunehmend entpolitisiert. Wie wird er heute in Putins Russland begangen? Welche Möglichkeiten haben Frauenrechtsaktivist*innen für Proteste vor Ort? Maria Kireenko spricht mit Dr. Regina Elsner und Erica Zingher über die feministischen Kämpfe in Ost- und Mitteleuropa und weltweit.
Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Gesetz gegen häusliche Gewalt und zwei Jahre vor der weltweiten #metoo-Bewegung verbreitete sich im russischen Internet der Hashtag #ЯнеБоюсьСказать (dt. Ich habe keine Angst, es zu sagen), unter dem tausende Betroffene von häuslicher Gewalt ihre Geschichten erzählt haben. Wir fragen uns, welche Auswirkungen diese Bewegung und der Fall der Schwestern Chatschaturjan auf die Diskussionen um das neue Gesetz und auf die öffentliche Wahrnehmung von Gewalt gegen Frauen und Kinder in Russland hatten.
Außerdem schauen wir uns die Auseinandersetzungen um das Abtreibungsgesetz in Polen an, analysieren seine Hintergründe und überlegen, welche Folgen es für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen in Polen hatte. Schließlich ordnen wir die feministischen Kämpfe im Osteuropa in den Kontext der globalen Frauenrechtsbewegung ein.
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Migrations- und Asylpolitik im postsowjetischen Raum

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Mit dem Zerfall der Sowjetunion erlangten viele ehemalige Sowjetrepubliken ihre Unabhängigkeit. Waren die Einreisebestimmungen zwischen ihnen anfangs recht liberal und schlossen auch ehemals sozialistische Staaten in Mittelosteuropa ein, so hat sich Migrationspolitik im Spannungsfeld von GUS und EU-Osterweiterung, aber auch orientiert an internationalen Normen ständig entwickelt.
„Im postsowjetischen Raum sind Migrant*innen Exportware Nummer 1“, meint Olga Gulina, die sich mit der politischen und geopolitischen Dimension von Migrationspolitik beschäftigt. Im Podcast erklärt sie, wie sich in den letzten drei bis fünf Jahren die Richtung postsowjetischer Migration grundlegend verändert hat. Irina Mützelburg zeigt am Beispiel der Ukraine, wie internationale Normen und die EU die Asylpolitik in der Ukraine beeinflusst haben.
Welche Migrationsbewegungen prägen heute den postsowjetischen Raum, welche Ziele verfolgen Staaten in der Region mit ihrer Migrationspolitik und mit welchen Schwierigkeiten kämpfen Migrant*innen in Ländern wie der Ukraine und Russland? Darüber diskutieren die Politikwissenschaftlerinnen mit der Sozialgeographin Sabine von Löwis.
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Wissenschaftskommunikation: Der Schlüssel zum Elfenbeinturm?

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Der Wissenschaft hängt häufig der Ruf nach, ein für Laien unbetretbares Terrain zu sein. Wissenschaftler*innen täten sich schwer damit, ihren Elfenbeinturm zu verlassen und drückten sich unverständlich und verklausuliert aus. Wissenschaftskommunikation soll dabei helfen, diese Kluft zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft zu überwinden und wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Mehr und mehr geschieht das auch mit Hilfe neuer Onlineformate, YouTube-Videos, Podcasts oder den sozialen Medien. Welche Bedingungen gibt es heute für die Kommunikation von Forschung über die Scientific Community hinaus? Welche Rolle soll und kann Wissenschaftskommunikation in der Gesellschaft spielen? Und mit welchen Herausforderungen ist sie dabei aktuell konfrontiert? Darüber diskutieren Josef Zens, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit am GeoForschungsZentrum in Potsdam, zusammen mit der Slavistin Nina Frieß und Stefanie Orphal aus dem Bereich Kommunikation des ZOiS.
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Belarus after the elections: the role of youth in politics

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Many observers consider the Belarusian parliamentary elections, which took place on 17 November 2019, a step backwards in terms of democratic standards. Although nobody had expected fundamental political change, it is noteworthy that unlike in previous parliamentary elections no real opposition candidate managed to win a mandate. Even the symbolic pluralism has disappeared from the parliamentary scene. However, below the level of official politics, Belarusian society is changing. Youth as a symbolic category and as a political actor has become more important in the official discourse. President Lukashenka’s regime is aware of the significance of youth as a source of legitimation and actively tries to co-opt young people through state-sponsored youth organisations. How do political stability and societal change go hand in hand? What role does youth play in the political discourse? What can we expect to happen in the run-up to the presidential elections in 2020? Political scientists Maryia Rohava (University of Oslo), Félix Krawatzek (ZOiS) and Gwendolyn Sasse (ZOiS) shed light on these issues.
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Belarus: Vorschau auf die Parlamentswahl

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Anlässlich der Parlamentswahl am 17. November werfen wir einen Blick nach Belarus. Bisherige Wahlen waren nach Einschätzung der OSZE weder frei noch fair. Die Situation scheint sich in den letzten Jahren verbessert zu haben, denn die letzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen verliefen zwar nicht ohne Mängel, aber zumindest ohne gewaltsame Repressionen. Die diesjährigen Parlamentswahlen finden zu einem Zeitpunkt statt, zu dem es Spekulationen darüber gibt, ob sich das Land eventuell öffnet. Die Beziehungen zu Russland sind kompliziert. Bezeichnenderweise sprach Präsident Lukaschenka Ende Oktober wieder einmal davon, dass das Land „ein Fenster nach Europa“ brauche. Im politischen System von Belarus hat das Parlament wenig Handlungsspielraum, oppositionelle Kräfte sind marginalisiert, außerdem häufen sich auch im Vorfeld dieser Wahlen die kritischen Stimmen von Menschenrechtsaktivist*innen. Was ist also von den Wahlen zu erwarten? Darüber diskutiert der Politikwissenschaftler Félix Krawatzek mit Adam Busuleanu von der European Platform for Democratic Elections (EPDE) und Nadja Douglas vom ZOiS.
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Proteste in Russland: Die Situation nach den Wahlen

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Im aktuellen Podcast schauen wir nach Russland. Ausgelöst durch die Nichtzulassung unabhängi-ger Kandidat*innen war es im Vorfeld der Wahlen zum Moskauer Stadtparlament zu wochenlan-gen Protesten gekommen. Wie sieht die Situation nach den Lokal- und Regionalwahlen aus? Gwendolyn Sasse (ZOiS) spricht mit Janis Kluge (SWP) und Félix Krawatzek (ZOiS) über die vielfältige Protestbewegung und die fließende Grenze zwischen sozialen und politischen Protesten im Land. Wodurch mobilisieren sich Jugendliche im heutigen Russland? Welche Rolle spielen füh-rende Oppositionspolitiker wie Alexei Nawalny noch? Mit welchen Maßnahmen reagiert das Re-gime auf wirtschaftliche und soziale Probleme als einer wichtigen Ursache für Mobilisierung? Schließlich stellen wir gemeinsam Überlegungen an, wie es in Russland politisch weitergehen könnte.
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About this podcast

Der Roundtable Osteuropa ist ein Podcast des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS). Hier diskutieren Wissenschaftler*innen des ZOiS und Gäste über ihre Forschung zu Osteuropa. Dabei gehen wir auf aktuelle Ereignisse in Politik und Gesellschaft ein, versuchen aber auch, unbekanntere Themen zu beleuchten. Mit Einblicken aus Soziologie, Politikwissenschaften, Geografie, Sozialanthropologie, Kulturwissenschaften und Theologie.

by ZOiS Berlin

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